Der Erhabene Buddha hat erkannt, dass es viele Daseinsbereiche gibt, der Palikanon spricht von 33, andere Quellen (berücksichtigt werden nur Arahat der thailändischen Waldtradition) weichen in der Anzahl ab. Was von allen berichtet wir ist, dass der menschliche Daseinsbereich der fünfte von unten ist. Rechnen wir mit den bereits erwähnten, dann haben wir vier niedere, den menschlichen und 28 höhere Daseinsbereiche.

Die vier niederen sind die Hölle, das Dämonenreich, das Geisterreich und das Tierreich. Je niederer der Bereich, desto höher das dukkha. Das bedeutet, dass wir im menschlichen Bereich einen hohen Prozentsatz an dukkha erfahren. Und das ist gut so, denn der Weg des Erhabenen Buddhas handelt von dukkha (erste Edle Wahrheit), der Entstehung von dukkha (zweite Edle Wahrheit), dem Ende von dukkha (dritte Edle Wahrheit) und dem Weg der zum Ende von dukkha führt (vierte Edle Wahrheit). Nur im menschlichen Daseinsbereich ist das Verhältnis dukkha zu sukkha ausgewogen, so dass wir den Edlen Achtfachen Pfad verwirklichen können. In den niederen Daseinsbereichen ist das dukkha zu hoch, in den oberen Daseinsbereichen ist es so wenig. 

Die oberen Daseinsbereiche beginnen mit den Welten wo Wesen leben, die wir im Deutschen als Feen und Elfen bezeichnen. Diese Daseinsbereiche sind an die Erde gebunden, weil die Wesen dieser Bereiche an der Erde anhaften. Höhere Daseinsbereiche sind abgekoppelt von der Erde, dort leben die Götter. Der Erhabene Buddha hat alle Daseinsbereiche besucht und die höheren Wesen belehrt und vielleicht kennt Ihr die Erzählung aus dem Palikanon, die besagt, dass wir es einem Bhramanangott zu verdanken haben, dass der Erhabene den Dhamma überhaupt gelehrt hat.

Mir sind nicht wenige Menschen, auch Buddhisten begegnet, die verneinen Himmel und Hölle. Wenn wir aus der Lehre, die in sich selbst perfekt ist, einen Teil herausnehmen, dann fällt die ganze Lehre in sich zusammen und macht keinen Sinn mehr. Deshalb verweise ich hier auf den Artikel mit dem Namen Sich belehrbar machen, falls Ihr auch zu dieser Gattung von Buddhisten gehört. Wer an Himmel und Hölle zweifelt, oder sie gar verneint, bleibt in der Entwicklung stecken und hat zwei Möglichkeiten. Stecken zu bleiben oder der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Der Dhamma ist sofort überprüfbar, Voraussetzung ist natürlich, dass man praktiziert.

Eine wirkliche Überprüfung können wir tun, indem wir in die Daseinsbereiche 'reisen'. Dazu brauchen wir einen ruhigen Geist, dessen Zustand wir upacāra samādhi nennen, die angrenzende Sammlung. Wenn wir unseren Geist so trainiert haben, dass wir diesen Zustand erreichen, dann trennt sich der Geist vom Körper und wir können das 'Reisen' üben. Solange wir das nicht können, behelfen wir uns 'weicheren' Fakten und Vermutungen. Beispielsweise mit einem Blick über den Tellerrand hinaus in andere Religionen, Hinduismus, Judentum, Christentum und Islam berichten auch von Himmel und Hölle. Oder wir blicken in verschiedene Sprachen, alle (die ich spreche) kennen Redewendungen wie etwa "im siebten Himmel sein" oder "Hölle auf Erden" und einige weitere. Oder Metaphern, die auf Zustände hinweisen, die ein Höllenwesen respektive ein himmlisches Wesen hat. "Ruhig Blut", "heissblütig", "Hitzkopf", "auf Wolken sitzen" und andere mehr.

Das Verneinen und auch die schwächere Form das Anzweifeln der Daseinsbereiche ist die zweite (Zweifel; vicikicchā) der fünf niederen Fesseln (samyojana). Um in den Strom eintreten zu können, müssen wir die ersten drei Fesseln lösen. Um die Fessel des Zweifels im Bezug auf Himmel und Hölle lösen zu können, braucht es mehr als nur daran zu glauben, wir brauchen Vertrauen in Buddha, Dhamma und Sangha.