In die Praxis einzusteigen, ist ganz einfach, macht Euch da bitte keinerlei Sorgen, es kann nichts schief gehen. Bei uns Waldmönchen wir der Edle Achtfache Pfad in drei Gruppen (sīla, paññā und samādhi) zusammengefasst und sehr selten in allen acht Gliedern dargelegt. Die acht Pfade, respektive die drei Gruppen bedingen und unterstützen sich gegenseitig. Es ist notwendig, sie gleichzeitig zu entwickeln.

Sīla

Zuallererst üben wir uns im Einhalten der fünf sīla. Wenn immer wir gegen eine sīla verstossen, analysieren wir, wie es dazu kommen konnte. Wussten wir schon vor dem Verstoss, dass wir Schlechtes tun wollen? Dann müssen wir herausfinden, wieso wir etwas tun, wenn wir vorher schon wissen, dass dies eine schlechte Tat ist. Kommt es uns erst hinterher in den Sinn, dann interessiert es uns, weshalb? Was können wir ändern, damit wir schlechtes Tun früher erkennen? In diesem Bereich sind wir wie ein Polizeikommissar, wir suchen das Motiv, welches zur Tat geführt hat. Beobachtet Euer Herz, wenn ihr Euch ganz bewusst an die eine oder andere sīla haltet. Wie ist dann in so einem Fall Euer Gemütszustand? Ihr werdet mit der Zeit erkennen, dass ihr dabei immer ein gutes Gefühl habt. Das macht Freude und ist Kraftstoff um in der Praxis weiter zu kommen.

Paññā

In diese Gruppe gehört das Lesen und das Hören von dhamma rein. Diese Tätigkeiten haben aber keinerlei Priorität. In der Regel hat der westliche Buddhist schon viel zu viel gelesen und gehört, was sich im Verlaufe der Praxis plötzlich als grosser Nachteil erweist. Alle Ausnahmen dieser Regel sind Menschen, die vom dhamma noch nichts gehört haben. Wichtig ist, dass wir verstehen, dass mittels lesen und hören wir keinerlei paññā aufnehmen können, diese entsteht erst in der Praxis. Wir müssen uns unsere individuelle Weisheit erarbeiten.

Samādhi

Meditation ist das A und O der buddhistischen Praxis. Es ist Millionenmal ratsamer eine Stunde zu meditieren, anstatt eine Stunde lang dhamma zu lesen oder zu hören.