Meditation ist ein Kunsthandwerk, welches wir erlernen. Keinem Lehrling käme bereits am zweiten Tag in den Sinn, er müsste schon ein Meister sein. Wir Meditierenden sind aber in aller Regel zu ungeduldig und wollen gleich am zweiten Tag Erfolge verbuchen. Mit fortschreitender Praxis werdet Ihr paññā kultivieren und Euren Weg auch aus scheinbar ausweglosen Situationen finden.

Wenn wir beispielsweise feststellen, dass wir ungeduldig sind, dann müssen wir uns weder aufregen, noch Sorgen machen. Geduld entwickeln können wir nur dann, wenn wir ungeduldig sind. Schon haben wir eine scheinbar negative Situation gerade gerückt und können unseren Nutzen daraus ziehen. Sich diese paññā zu erarbeiten lässt uns im dhamma wachsen.

Für Meditationsanfänger ist es unbedingt empfehlenswert, einen Meditationskurs zu besuchen. Bucht einen Kurs in Ruhemeditation. 

Meditation ist eigentlich die falsche Bezeichnung für das, was wir tun müssen. Der Erhabene Buddha sprach nicht von Meditation sondern von citta-bhavanā, was soviel wie Geistestraining bedeutet. Den Geist nur eine oder zwei Stunden pro Tag zu schulen, genügt nicht. citta-bhavanā ist eine 24 Stunden Angelegenheit. Während dieser 24 Stunden meditieren wir formell und die restliche Zeit über Schulen wir unseren Geist mit anderen Mitteln.

Meditieren kann man in vier Positionen, im Sitzen, Gehen, Stehen und Liegen. Ins Detail durchdacht bedeutet das, dass wir egal was wir tun, egal wo wir sind, wir meditieren können. Für die formelle Meditation ist die Gehmeditation und die Sitzmeditation zu empfehlen. Für die Gehmeditation benötigen wir einen geraden Pfad von 15 - 25 Metern länge. Für die Sitzmeditation brauchen wir eine Sitzgelegenheit auf dem Boden, wo wir mit verschränkten Beinen, sei dies im Schneider-, im Halblotus- oder im Lotussitz verweilen können. Eine Matte oder ein Kissen sind nicht absolut notwendig, aber ein Kissen kann das Becken ein wenig Entlasten und in einer angenehmen Position halten.

Wir unterscheiden zwei Arten von Meditation, die Ruhemeditation und die Einsichtsmeditation. Beide Arten schulen wir im Gehen und im Sitzen.

Andere Arten von Meditationen späteren buddhistischen Entwicklungen sollen uns nicht interessieren, genau so wenig wie Meditationen anderer Religionen oder der Esoterik.

Beginnen tun wir mit der Ruhemeditation, so dass unser Geist ruhiger wird und die sati beim Meditationsobjekt verweilen kann. Erst später erweitern wir unsere Meditation um die Einsicht.

Für beide Arten von Meditation benötigen wir ein Meditationsobjekt. Das ist entweder das Wort "Buddho" oder der Atem bei der Ruhemeditation. Bei der Einsichtsmeditation wird jenes Körperteil welches wir untersuchen und einsehen wollen, zu unserem Meditationsobjekt.