Die Ruhemeditation ist das Fundament der Geistesschulung. Zwar können wir auch mit der Einsichtsmeditation den Geist zur Ruhe bringen, aber im Walddhamma ist der erste Schritt jener der Ruhemeditation, weil er einfacher ist und weniger Auswege zulässt, dass wir in falsche Praxis abgleiten ohne es zu merken. Der untrainierte Geist verhält sich wie ein wilder Affe, der durch den Urwald jagt. Es gelingt uns noch nicht mal längere Zeit bei einem unserer Lieblingsgedanken zu bleiben. Der eine Gedanke löst den anderen ab, oft noch weit bevor wir ersteren zu Ende gedacht haben. Der Erhabene Buddha hat uns mit der Lehrrede über den königlichen Kriegselefanten klar vorgegeben. Wenn der König einen Kriegselefanten benötigte, so hat man einen gefangen und an einen Pfahl gebunden. Dort liess man ihn erstmal zur Ruhe kommen. Natürlich hat der wilde Elefant so lange am Strick gezogen, bis er eingesehen hat, dass dies zwecklos ist, erst dann ist der ruhig geworden. Das bedeutet für uns, dass wir unseren Geist 'anbinden' müssen, damit er ruhig wird.

Um den Geist zur Ruhe zu bringen, fixieren wir in auf einen Punkt, unser Meditationsobjekt. Als Meditationsobjekt empfiehlt sich der Atem oder ein zweisilbiges Wort wie traditionell "Buddho", "Dhammo", "Sangho". Christen können aber auch "Jesus" oder "Maria" nehmen, selbst das Wort "Atem" kann als Anker genommen werden. 

Wer sich den Atem als Meditationsobjekt aussucht, nimmt ihn am besten bei der Nase wahr. Wir folgen demnach nicht dem Atem, sondern lassen ihn, so wie er gerade ist, an unserem Meditationspunkt vorbei strömen. Unsere einzige Aufgabe ist es, die sati auf die Nase zu richten und wenn sie von dort weggeht, wieder zurück zu holen. Das ist alles. Generell ist es aber so, dass wir kontrollieren und manipulieren wollen. Wir tun also viel zu viel und das ist der Grund, weshalb unser Geist nicht zur Ruhe kommen kann. 

Beim Meditationswort beginnen wir, es im Geiste zu denken. "Buddho", "Buddho", "Buddho", "Buddho", "Buddho", ... Irgendwann mal 'denkt' sich das Buddho von selbst, dann beobachten wir es einfach. Wenn die sati vom "Buddho" wegläuft, holen wir die Aufmerksamkeit zurück.

Es empfiehlt sich, so oft wie möglich mittels Gehmeditation zur Ruhe zu kommen, weil rund einen Drittel unseres Geistes mit dem Gehen beschäftigt ist, müssen wir nur zwei Drittel zur Ruhe legen, was unsere Bemühungen einfacher macht.

Zentral bei der Ruhemeditation ist das Interesse, welches wir dem Meditationsobjekt widmen und die Willenskraft, mit welcher wir ans Meditieren gehen.