Um unsere Praxis zu unterstützen, können wir über vorgegebene Themen reflektieren. Die Reflexion wird uns helfen, die richtige Ansicht zu erlangen. Reflexion ist nicht Meditation und schon gar nicht Einsichtsmeditation. Mittels Reflexion erlangen wir keine Befreiung. 

Anbei ein paar Reflexionen, die ihr periodisch durchführen könnt. 

Fünf tägliche Betrachtungen

Ich bin dem Altern unterworfen, ich bin dem Altern nicht entgangen.

Ich bin dem Kranksein unterworfen, ich bin dem Kranksein nicht entgangen.

Ich bin dem Tode unterworfen, ich bin dem Tode nicht entgangen.

Alles was mir lieb und angenehm ist, muss sich ändern und vergehen.

Ich bin der Eigner meiner Taten, Erbe meiner Taten, entsprungen meinen Taten, verbunden meinen Taten, auf meine Taten muss ich mich verlassen. Welche Tat ich auch verübe, im Guten wie im Bösen, deren Erbe werde ich sein.

 

Natur des Körpers

Dieser, mein Körper ist wirklich, von den Fusssohlen aufwärts, vom Kopfhaar abwärts, von Haut umhüllt und angefüllt mit Unrat vieler Art.

In diesem Körper gibt es:

Kopfhaar, Körperhaar, Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen, Mark, Niere, Herz, Leber, Fell, Milz, Lunge, Magen, Darm, zersetzte Speisen, Kot, Galle, Schleim, Eiter, Blut, Schwiess, Fett, Tränen, Talg, Speichel, Rotz, Schmiere, Harn und Hirn.

Genau so ist mein Körper, von den Fussohlen aufwärts, vom Kopfhaar abwärts, von Haut umhüllt und angefüllt mit Unrat vieler Art.

 

Betrachtung der vier notwendigen Requisiten

Kleidung

Gründlich betrachtend benutze ich meine Kleidung, nur zum Abwehren von Kälte, Abwehren von Hitze, Abwehren von Bremsen, Mücken, Wind, Sonne und Kriechtierkontakt, nur um die Schamteile zu bedecken.

Essen

Gründlich betrachtend verzehre ich jetzt meine Mahlzeit, nicht zum Vergnügen und nicht zur Berauschung meiner Sinne, nicht zum Verfetten und nicht zu Verschönerungszwecken, nur zum Erhalten des Körpers, um ihn zu ernähren, Schadensabwendung, den heiligen Wandel zu fördern. Altes Hungergefühl werde ich vertreiben. Neues Völlegefühl werde ich vermeiden. Meinen Lebenserhalt werde ich bestreiten, um von Tadelung frei wohl zu verweilen.

Unterkunft

Gründlich betrachtend benutze ich meine Unterkunft, nur zum Abwehren von Kälte, nur zum Abwehren von Hitze, zum Abwehren von Bremsen, Mücken, Wind, Sonne und Kriechtierkontakt, nur zum Schutz vor den Widrigkeiten der Jahreszeiten und zum Zweck zurückgezogenen Aufenthalts.

Medizin

Gründlich betrachtend benutze ich krankheitsbedingte medizinische Requisiten, nur zum Abwehren aufgestiegener Erkrankungsgefühlen, für bestmögliche Beschwerdefreiheit.