Das Wort Zufluchtnahme besteht aus drei Teilen, zu, Flucht und nahme. Das Zu beschreibt eine Bewegung hin zu etwas. Flucht kommt von fliehen. Wir fliehen also vor etwas weg, hin zu etwas. Und nahme kommt von nehmen.

Fliehen tun wir weg von dukkha, hin zur Buddha, Dhamma, Sangha, was uns Schutz bieten und diesen Schutz nehmen wir in Anspruch.

Buddham saranam gacchāmi, zum Erhabenen Buddha nehme ich Zuflucht

Dhammam saranam gacchāmi, zum Dhamma nehme ich Zuflucht

Sangham saranam gacchāmi, zur Sangha nehme ich Zuflucht

Was die Zufluchtnahme konkret bedeutet, ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Zu Beginn mag das eine recht vage Zufluchtnahme sein und sich im Verlauf unserer Praxis verändern, denn Zufluchtnahme hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen wiederum müssen wir uns selbst erarbeiten. Je mehr es uns gelingt, die Lehre zu praktizieren, desto mehr verändern wir uns und je konkreter werden die Aussagen von Buddha, Dhamma, Sangha für uns. Oder anders gesagt, je besser wir praktizieren, desto wahrer werden Buddha, Dhamma und Sangha.

Für mich ist die regelmässige Zufluchtnahme eine stetige Bejahung meines Weges als Buddhist und seit meiner Ordination als Mönch. Wiederholt Ja zum Guten zu sagen hat den psychologischen Effekt, gut zu werden. Dorthin, wo ich meinen Geist lenke und ihn damit beschäftige, dem beginne ich zu gleichen und letztlich werde ich zu dem. So habe ich heute sehr viel weniger Mühe, gute und heilsame Gedanken zu pflegen, als früher.