Waldmönche führen ein sehr zurückgezogenes, meditatives Leben. Wir gestatten uns nicht, in irgendeiner Art und Weise missionarisch tätig zu werden. Das führt unter anderem dazu, dass wir nicht auf Menschen zugehen, noch nicht mal auf Buddhisten, sie belehren oder etwas von ihnen fordern. Deshalb haben sich Laien zu Gemeinschaften zusammengetan und Waldmönche gebeten, die Führung dieser Gemeinschaft zu übernehmen, so dass die Ehrwürdigen ein wenig mehr Spielraum besitzen.

Einige wenige Laien haben mich gebeten, die Führung so einer Gemeinschaft zu übernehmen und ich habe unter gewissen Voraussetzungen eingewilligt, am Projekt Walddhamma teilzunehmen. Vorerst besteht das Projekt einzig aus einer Internetplattform, wie es wächst und was letztlich daraus entsteht, wird die Zeit zeigen. Die ersten grossen Träume eines Waldklosters im deutschsprachigen Raum, wo man viel Platz für die Praxis der dhutangā kammatthāna hat, mag als entferntes Ziel im Auge behalten werden. Vorerst aber beschränkt sich das Projekt auf diese Webpräsenz und unserer individuellen Praxis im Alltag.

Im Verlaufe der Zeit werden sich vielleicht Laien zur Verfügung stellen, einem Komitee vorzustehen und anzugehören, die die Vision eines Wat Pah Kammatthāna in Angriff nehmen. Derzeit fehlt es sowohl an zupackenden Menschen und auch an den Kenntnissen vor Ort, so ein Vorhaben zu starten. 

Vorerst backen wir kleine Brötchen, bringen diese Website auf die Beine und entwickeln diese Plattform im Internet. Wer in irgendeiner Art und Weise am Projekt Walddhamma teilhaben möchte, kann sich bei mir melden.

Was von Anfang an wichtig ist, wir müssen uns als Gemeinschaft Praktizierender sehen. Es gibt vier Arten von Menschen, wir alle sind die dritte Art, die nennt man neyya. Die erste Art sind all jene, die setzen sich hin, hören das dhamma und verwirklichen es währenddessen. Die zweite Art sind all jene, die setzen sich hin, hören vom dhamma, beginnen zu praktizieren und hören erst auf, wenn sie er verwirklicht haben. Zu diesen zwei Gruppen gehören wir ganz offensichtlich nicht. Wir sind die dritte Art. Wir setzen uns hin, hören vom dhamma, fühlen uns angesprochen, beginnen zu praktizieren, aber entweder halbherzig, oder wir hören bald wieder auf. Bekommen wir einen neuen Impuls, dann beginnen wir wieder, entweder halbherzig, oder wir hören bald wieder auf. Dieser Teufelskreislauf zieht sich bestimmt schon über viele Leben hin. 

Deshalb ist es weise, sich als neyya in Situationen zu bringen, wo man nicht anders kann, wir nutzen den Gruppendruck aus, um uns selbst am Praktizieren zu halten. Unser Mitmachen und Mitgestalten am Projekt Walddhamma soll so inspirierend auf uns wirken, dass wir uns in der Gemeinschaft gut aufgehoben fühlen, so dass unsere Entwicklung im dhamma gedeihen muss.