In der Palisprache nennt man Verdienste puñña. Das Thema ist sehr komplex und fristet im deutschsprachigen Buddhismus ein kümmerliches Dasein, wenn überhaupt. Es geht um kamma, bewusst ausgeführtes gutes oder heilsames kamma.

Stellen wir uns eine Kamma&Vipāka Bank vor, auf der wir vier Sparkonten haben. Je eines für gutes, schlechtes, gemischtes und heilsames kamma. Alles kamma was nicht sofort als vipāka zu uns zurück kommt, wird auf eines der vier Konten eingezahlt, wo wir es später abbuchen können. Das was da auf diesen Konten liegt, nennt sich puñña. Das ist unser Verdienst. Genau gleich wie wir das Geld auf unserem Konto auf ein anderes Konto überweisen können, so können wir gutes und heilsame Taten mit anderen Wesen teilen oder sie gar auf jemanden gänzlich übertragen. Wenn Ihr 100€ verdient habt, dann könnt ihr diese 100€ mit anderen Teilen oder einer Person 100€ schenken. Der spirituelle Verdienst können wir auch teilen oder übertragen. Beispielsweise könnt Ihr für ein Kloster den Betrag X im Namen einer anderen Person spenden. Nun erhaltet Ihr den Verdienst bei Euch und die begünstigte Person den Verdienst bei Ihr auf dem Kamma&Vipāka Konto gut geschrieben. Mach 1, erhalte 2. 

Wenn wir mit allen Wesen teilen, dann erhalten die Wesen, die uns am nächsten sind, am meisten und jene, zu welchen wir keine Beziehung pflegen oder pflegten am wenigsten. Aber alle erhalten. Es spielt keine Rolle, ob das Wesen noch lebt, oder bereits verstorben ist. Das was an kamma anhaftet ist das citta und das ist noch nie geboren worden, das kann auch nie sterben, es existierte schon immer. Dadurch können wir für Verstorbene Verdienste tätigen und übertragen. In Thailand wird das sehr oft getan, es gibt während eines Jahres einige Anlässe, wo der Toten gedacht wird.

Die vier Konten auf der Kamma&Vipāka Bank haben je einige Unterkonten, für jede Art von kamma eines. Das bedeutet, wenn wir meditieren, dann ist das heilsames kamma körperlicher und gedanklicher (vielleicht auch sprachlicher) Natur, das auf den jeweiligen Konten gutgeschrieben wird. Manchmal ist es der Fall, dass das citta, bevor es in den Embryo eintritt, sich auf der Kamma&Vipāka Bank an den verschiedenen Konten bedient. Deshalb sprechen einige Buddhisten, aber vor allem die Esoteriker davon, dass wir uns für dieses jetzige Menschenleben einige Aufgaben vorgenommen haben. So kann man es auch erklären. Deshalb ist unser Leben von Geburt bis zum Tod im Bereich vipāka vorgezeichnet. Wir haben da einen sehr kleinen, einstelligen Prozentsatz an Einflussmöglichkeit auf unser vipāka innerhalb diesen einen Lebens. Aber wir haben sehr hohen Einfluss auf die Verdienste, die uns in späteren Leben zu teil werden.

Ein jeder Verdienst den wir tätigen, hat je nach Empfänger einen unterschiedlich hohen Ertrag. Qualitativ am wertvollsten ist der Verdienst, der Buddha, Dhamma und Sangha zuteil kommt. Der Erhabene Buddha lehrt uns beispielsweise, dass die Gründung eines Klosters einen Wert von 150'000 Jahren Wiederbegurt in einem göttlichen Daseinsbereich zur Folge hat. Kein Wunder gründen die Thailänder so viele Klöster und sie lieben es, die Mönche mit grosszügigen Spenden zu versorgen und mit zu helfen, den Dhamma weiter zu verbreiten.