Als Gründerväter der thailändischen Waldtradition gelten der Ehrwürdige Ajahn Man Bhuridatta und sein Lehrer, der Ehrwürdige Ajahn Sao Kantasilo.

Links der Ehrwürdige Lehrmeister Man Bhuridatta, rechts der Ehrwürdige Lehrmeister Sao Kantasilo

Der Ehrwürdige Ajahn Man nennt man in Thailand Luang Puh Man, was soviel wie Ehrwürdiger Grossvater heisst. Auf Deutsch nennen wir ihn den Ehrwürdigen Lehrmeister Man, weil er durch seine Arahatschaft zum Meister wurde. Zu Zeiten als der Ehrwürdige Lehrmeister praktiziert hat, gab es in Thailand keine Lehrmeister. Das bedeutete, dass er und sein Lehrer, der Ehrwürdige Lehrmeister Sao ihre Praxis aufgrund des Palikanons ausrichten mussten, was für sie ganz und gar nicht einfach war. Der richtige Weg etwas gelesenes in die Tat umzusetzen ist wahrlich eine Kunst, die nur Meistern gegeben ist.

Während seiner harten Praxis lebte Luang Puh Man über drei Jahre in einer Höhle, wo er Hilfe von savaka-arahats erhielt. Das sind arahat, welche Schüler des Erhabenen Buddha waren. Sie bestätigten den Ehrwürdigen Ajahn Man in seiner Praxis, genau so hätten sie damals auch praktiziert. Nachdem der Ehrwürdige Lehrmeister Man zum anāgāmi wurde, versammelten sich viele Mönche und Novizen um ihn, so dass er seine eigene Praxis nicht effizient fortsetzen konnte. Im relativ hohen Alter von fast 70 Jahren erlangte er die volle Erwachung, nachdem er sich von all seinen Lehrtätigkeiten zurückgezogen hatte.

Er kehrte zu seinen Schülern zurück und führte sehr viele seiner Praktizierenden in die Freiheit. Hier in Thailand spricht man von über hundert Mönchen, die der Ehrwürdige Lehrmeister Man zur Arahatschaft verholfen hat. Wie viele er zum sotāpanna, zum sakādāgami und zum anāgami geführt hat, ist mir nicht bekannt. Die Praxis des Ehrwürdigen Ajahn Man beruht auf den 13 dhutangā kammatthāna und auf der strikten Einhaltung des vinaya. 

Wir haben es dem Ehrwürdigen Lehrmeister Maha Bua, einem der Hauptschüler von Luang Puh Man zu verdanken, dass dessen Lehre niedergeschrieben wurde und so die Praxisanweisungen weitergegeben werden können. Luang Ta Maha Bua lehrte und lebte bis 2011, über 50 Jahre lang als arahat. Seinem persönlichen Wirken und seinen Praxisanleitungen in Wort und Schrift können wir vertrauensvoll folgen, sie sind nichts anderes als das, was Luang Puh Man gelehrt hat, der schnellste und schnörkelloseste Weg zur Befreiung.

Luang Ta Maha Bua

Die Lehre der Waldmönche ist natürlich in erster Linie für Mönche, Novizen, Mae Chis und anagārikas ausgelegt, denn sie alle haben ihren Haushalt aufgelöst und aufgegeben, sich gänzlich unter die Führung von Buddha, Dhamma, Sangha und ihrem persönlichen Lehrer begeben. Laien aber können sehr viel von dieser Art von Praxis lernen und profitieren. Man bedenke, dass auch Laien sotāpanna und sakādāgami werden können. 

Die Praxislehre der Waldmönche stelle ich detailliert unter dem Link Praxis vor.